Presseerklärung zum AfD-Bundesparteitag in Braunschweig

  1. Das Problem ist nicht eine Klimaapokalypse, sondern eine Migrationsapokalypse. Ein Teil der Bevölkerung lässt sich zwar durch einen künstlich erzeugten Klimawahn in die politische Sackgasse locken, der mutmaßlich größere Teil freilich erkennt die tatsächliche Gefahr und sucht nach einer Partei, die für das Migrationsproblem eine plausible und gegebenenfalls auch radikale Lösung anbietet. Die AfD ist für viele dabei der große Hoffnungsträger. Solange das Migrationsproblem nicht gelöst ist – und die politische Klasse ist dazu weder in der Lage noch überhaupt dazu gewillt – solange ist die AfD zumindest von außen in ihrem Vormarsch nicht zu stoppen.
  2. Um die AfD als Oppositionspartei zu neutralisieren, muss man deshalb von innen her eingreifen und dafür sorgen, dass die „richtigen“ Leute an ihrer Spitze stehen und die „falschen“ Leute in der Partei isoliert oder ganz aus ihr ausgeschlossen werden. In diesem Sinne war der Braunschweiger Bundesparteitag der AfD ein Erfolg für das System: Mit Meuthen, Weidel und Co. wurden die „richtigen“ Leute an der Spitze etabliert. Sie werden nun noch intensiver als bisher daran gehen, missliebige Opposition durch Parteiausschlussverfahren zu beseitigen. Die AfD macht also genau das mit ihren inneren Gegnern, was ihre äußeren mit ihr zu machen versuchen, inklusive der systematischen Initiierung von pogromähnlichen Inszenierungen. Was vor und während meiner Rede auf dem Parteitag sich abspielte, wäre vor zwei Jahren in dieser Partei noch undenkbar gewesen: ein politischer Mob, der die Methoden der Antifa übernimmt und zunehmend die politische Diskussion bestimmt.
  3. Dazu passt, dass es seit einiger Zeit eine Arbeitsgruppe Verfassungsschutz in der Partei gibt, eine Art Orwellsche Wahrheitskommission. Von dieser Kommission, und nicht etwa durch irgendwelche Diskussionen auf Mitgliederversammlungen oder Parteitagen, wird festgelegt, was in der Partei gesagt werden darf und was nicht. Darüber hinaus wurde auch das systematische Denunziantentum in der Partei institutionalisiert. Meuthen und Co. sprechen von einer „Professionalisierung“, ich nenne das eine „Stasifizierung“ der Partei.
  4. Auch die innere Opposition in der Partei ist weitgehend neutralisiert worden. Nicht nur, dass ihr vermeintlicher Wortführer, von dem viele seiner Anhänger endlich eine Kampfkandidatur gegen Meuthen und Anhang erwartet haben, dies peinlichst vermieden hat – nicht ein einziges Mal ergriff er das Wort; nicht einmal bei den oben geschilderten Aktionen gegen mich.
  5. Stattdessen wurden wieder einmal fragwürdige Wahlempfehlungen zugunsten von Leuten gegeben, die mit einer wirklichen Opposition zu Meuthen nichts am Hut haben, was sich nicht zuletzt auch auf den Wahlgang ausgewirkt hat, an dem ich teilgenommen habe. Eine wirkungsvolle Botschaft an die vielen, die noch an die AfD glauben, wurde so augenscheinlich sabotiert.

Wie es mit der AfD weitergeht, hängt wesentlich davon ab, ob sich die innere Opposition neu strukturiert und ausrichtet oder wie bisher eine Hinterzimmer-Scheinopposition bleibt.

Ich hoffe, mit meinem bereits über 20.000 Mal abgerufenen Redebeitrag wie auch mit den im Vorfeld des Parteitags zur Diskussion gestellten zwölf Thesen einen Denkanstoß in die richtige Richtung gegeben zu haben. Die öffentliche Reaktion darauf lässt zumindest hoffen.

Weitere Informationen auf meiner Netzseite www.wolfgang-gedeon.de.

Dr. Wolfgang Gedeon, AfD-Mitglied, MdL, 3. November 2019,

4 Kommentare

  1. Das Ende der Alternative? Eine kritische Bewertung des AfD-Parteitags in Braunschweig.

    Am Wochenende 30.11. – 1.12.2019 fand in Braunschweig der 10. Parteitag der AfD statt.
    Die neu gewählten Sprecher der Partei verkörpern kaum die Forderungen nach Freiheit und Souveränität, die sich die Deutschen endlich wünschen. Das Verhalten einiger Delegierter war geeignet, patriotische Beobachter in Sorge zu versetzen.
    Besonders kennzeichnend war dieses Verhalten bei der Vorstellungsrede von Dr. Wolfgang Gedeon zu beobachten. Man muß die Meinung und Weltanschauung von Gedeon nicht unbedingt teilen. Aber das Benehmen vieler Delegierter entsprach der hasserfüllten Intoleranz der Grünen und Linken. An der gezeigten Menschenverachtung kann man den Charakter und die Kultur eines Menschen messen. Ist denn Gedeon ein Feind oder ein Parteikollege?
    Als Dr. Gedeon zum Rednerpult gebeten wurde, verließ ein gutes Viertel der Delegierten demonstrativ den Saal. Ein weiterer Teil der im Saal verbliebene Delegierten drehten sich mit ihrem Rücken zur Bühne um dem Redner „Unmut“ und „Abscheu“ zu zeigen. Andere hielten während der ganze Rede rote Karten hoch, um auf diese Weise Herrn Gedeon ihre Verachtung zu demonstrieren. Ist das die Partei, die eine Alternative sein soll?
    Und dann kamen die drei zugelassenen Fragen an den Redner, die ich auch hier nicht unerwähnt lassen kann. Eigentlich waren es auch keine Fragen in diesem Sinne, es waren eher Beschimpfungen oder Beleidigungen. Die erste „Frage“ von einen gewissen Michael Schild aus Unna lautete: „Wir haben gerade ihren Gestammelt hören müssen…. Schämen Sie sich nicht?“ Nicht viel klüger war die zweite „Frage“, jetzt vom Bundesvorsitzender der „Jungen Alternative“, Damien Lohr: „… ob Sie sich einmal überlegt haben, anstatt zu kandidieren, aus der Partei auszutreten?“ Ein gewisser Christer Cremer, der Kreisvorsitzender aus Köln sein soll, hat seine Vorgänger noch übertroffen. Als Herr Gedeon auf die Frage nach früheren Parteimitgliedschaften offenbarte, daß er vor 45 Jahren zwei Jahren lang bei den Jusos war, „fragte“ ihn sein 35jähriger „Parteikollege“: „…wären die Jusos auf der Unvereinbarkeitsliste gekommen, hätten wir uns Ihre Rede erspart“. Um das erbärmliche Verhalten einer Karriereclique noch zu unterstreichen, muß hier erwähnt werden, daß jede dieser polemischen „Fragen“ von den Delegierten noch mit Applaus begleitet wurden! Um die Parallele zur Praxis der Antifa aufzuzeigen, fehlte nur noch, daß ein paar AfD-ler das Rednerpult stürmten und Gedeons Rede zu verhindern.
    Zu Ehre der Antifa sei bemerkt: Sie tun das mit ihren Gegnern, die AfD-Delegierte aber mit ihren eigenen Parteikollegen. Hier stimmt wohl die böse Aussage: „Feind – Todfeind – Parteifreund.“ Offenbar ist die AfD jetzt eine Partei typische BRD-Partei geworden.
    Dr. Gedeon, der in Intelligenz, Bildung und Wissen seinen arroganten und selbstgerechten Kritikern weit überlegen ist, mußte dieses unwürdige Verhalten vieler Delegierter über sich lassen. Die Delegierten sollten eigentlich die besten Mitglieder der Partei sein, die Repräsentanten, welche die Basis zum Parteitag wählt. Diese Partei mit solchen Delegierten soll den Umbruch einleiten, Deutschland erneuern, unsere Heimat zurück holen? Darauf zu hoffen braucht man aber sehr viel Optimismus!
    Nach den Wahlen der Parteivorsitzenden (Sprecher) gab es eine Pressekonferenz mit dem Trio: Chrupalla – Meuthen – Weidel. Frau Weidel strahlte voller Glück und Freude, das kein „Flügel“-Kandidat sich zu Wahl aufgestellt hat und kein unerwünschter Kandidat den Gauland-Protegé Chrupalla gehindert hat, gewählt zu werden. Sie konnte nicht aufhören ihre Begeisterung über den gelungenen Ablauf der Inszenierung zum Ausdruck zu bringen: „Ich bin überglücklich eine tolle Spitze zu haben, mit der ich mich unwahrscheinlich darauf freue zusammenzuarbeiten…“; „Ich freue mich unglaublich, daß es heute so geklappt hat ..“ ; „wir haben hervorragende Bundessprecher mit Meuthen und Chrupalla gewählt…“.

    Über die Qualität der „hervorragenden Bundessprecher Meuthen und Chrupalla“: Auch der frischgewählte Chrupalla konnte es in seiner Bewerbungsrede nicht lassen auf den Gedeon zu hetzen. Er versprach den Delegierten, wenn er als Vorsitzender gewählt wird, wird er in der Zukunft verhindern, daß Gedeon noch mal zum Parteitag erscheinen darf. Und erhielt für diese Aussage einen großen Applaus der Delegierten. Das war nicht nur Zeugnis der Gesinnung des frischgebackener Sprechers, sondern offenbarte auch die „Toleranz“ der Delegierten. Geht der „Kampf gegen rechts“ jetzt quer durch die AfD?
    Ein „hervorragender Bundessprecher“ – das sollte auch Meuthen sein? Meuthen wurde als Parteivorsitzender nicht mal als Delegierter zum Parteitag gewählt! Sein Kreisverband Ortenau hat ihn auf der Versammlung am 14.07 2019 bei der Wahl der Delegierten das Misstrauen ausgesprochen und ihn nicht als Delegierten gewählt. Von 63 anwesenden Mitgliedern hatten nur noch 25 für ihn gestimmt.
    Kennt die Demokratie in ihrer bald 200jährige Geschichte ein ähnlicher Fall, wo der Parteiführer als Gast ohne Stimmrecht zu seinen Parteitag reisen müßte? Jeder anständige Mensch würde aus Schande im Boden versinken und sofort seinen Rücktritt verkünden. Jeder, aber nicht Doktor und Professor Meuthen.
    Kann die Bewertung eines „hervorragenden Bundessprechers“ noch deutlicher sein? Und dieser „hervorragende Bundessprecher“ erdreiste sich noch an auf dem Parteitag seine Kandidatur neu zu Wahl zu stellen und mit ihn eigene Frechheit zieht er noch über sein Kreisverband her, der ihn das Vertrauen entzogen hat; benennt sein Verband und einige seine Mitglieder als „problematisch“. Es war eine Hinweis auf Stefan Räpple, der Herrn Meuthen unangenehme Frage bei seiner Bewerbung gestellt hatte. Der „Doktor und Professor“ versprach bei seiner Wiederwahl die Säuberung der Partei von Patrioten fortzusetzen. Das war eine deutliche Kampfansage gegen die Patrioten. Für diese Aussage erntete er auch wieder großen Applaus.
    Und dann kam was kommen mußte: 69% der Delegierten gaben Meuthen ihre Stimme. Da soll es einem auch nicht wundern, daß für Merkel immer noch ein Drittel der Wähler stimmt. Dieser Mangel an kritischem Denken – ist offenbar in allen Schichten der deutsche Bevölkerung tief verankert.
    Am zweiten Tag des Parteitages wurden die Stellvertreter und der Rest des Vorstandes gewählt. Von dem gesamten Vorstand kann man nur noch drei Personen zum „Flügel“ zuordnen, die aber kaum ein Gegengewicht zu den Entscheidungen des Vorstandes darstellen.
    Und die aktive Leuten vom Flügel? Die haben sich alle verkrochen und kaum einer wurde von der Kamera erfasst.
    Auf dem Kyffhäusertreffen im Sommer hatte Björn Höcke noch verkündet, er würde sich jetzt an der Bundespolitik der Partei aktiv beteiligen, in dem Sinne – er würde diesmal als Vorsitzender Kandidieren. Hat ihn „der Wille zur Macht“ schon wieder verlassen? Oder wurde er vom System so stark bedroht und unter Druck gesetzt, das er das Risiko nicht eingehen konnte?
    Wo waren unsere tapfere und mutige Frontfrauen: Dr. Kristina Baum, Christiane Christen, Corinna Miazga, Doris v. Sayn-Wittgenstein? Keine ließ sich blicken. Ach ja, der Vorstand hat Doris v. Sayn-Wittgenstein schon aus der Partei rausgeekelt! Setzen sich jetzt die Postenjäger durch? Werden nun die anderen Flügel-Kandidaten ausgeschlossen? Wird die AfD zur Systempartei? Das sind die entscheidenden Fragen für die patriotischen Wähler in der BRD nach diesem Parteitag.
    In seine Bewerberrede hat Dr. Wolfgang Gedeon zu Recht gesagt: „Der Vorstand hat keine Fehler gemacht, er führte der Partei in falsche Richtung“. Und dieser Parteitag hat diese Richtung endgültig beschlossen und gefestigt, zu großer Freude aller Hirten und Wächtern des Systems: In Richtung Liberalisierung, Annäherung an das System, zu Koalitionsreife mit der CDU-SPD-Linke-und Grüne. Das System hat den Grund einen Sieg zu feiern: Auch diesmal stehen sie kurz davor, einer patriotische Partei den Genick zu brechen.
    Björn Höcke pflegte zu behaupten: „Die Sonne geht im Osten auf.“ Wenn er die AfD damit meint, dann muß man jetzt zufügen: „Im Westen aber geht die Sonne unter“. Selbst wenn der AfD-„Osten“ auch noch geistig gesund ist, ihre Anzahl der Mitglieder macht aber nur 20% von der gesamten Mitgliederzahl der Partei aus. Zu wenig um die Partei von der „falschen Richtung“ abzubringen.
    Welche Schlüsse sind jetzt zu ziehen? Die Patrioten werden sich neu orientieren müssen. Welcher Weg ist zu wählen? Eine Parteispaltung, um zu retten was noch zu retten ist? Eine Volksbewegung? Die Frage bleibt offen!

    Johann Thießen („Die Russlanddeutschen Konservativen“)

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