Zeitpunkt – warum jetzt?

 

Es haben offenbar noch nicht alle mitbekommen, dass das Thema „Antisemitismus – Meinungsfreiheit“ weder von mir, noch von der AfD, in die politische Öffentlichkeit gebracht wurde. Es geht um Bücher, die ich ab 2001 geschrieben habe und die 2009 und 2012 veröffentlicht wurden, also bevor die AfD überhaupt existierte (gegründet am 6. Februar 2013). Die Bücher waren nicht für den Massenmarkt vorgesehen. Es gab Diskussionsrunden auf Buchmessen, Kongressen und anderen Veranstaltungen. Es blieb der BILD-Zeitung vorbehalten, daraus ein großes Thema für die Öffentlichkeit zu machen.

Viele Parteimitglieder hatten zwar die Bücher nicht gelesen, kannten aber diverse Textpassagen und Leseproben, die ich auf meiner Webseite veröffentlicht hatte. Insofern waren diese Veröffentlichungen in der Partei nicht unbekannt. Grotesk freilich ist, wenn Leute, die sich seinerzeit äußerst positiv dazu geäußert haben, jetzt am lautesten „Antisemitismus“ schreien!
 

Gerade dieses Thema habe ich niemandem in der Partei aufgedrängt. Meine letzte Schrift beispielsweise, der „Entwurf zu einer Grundsatzerklärung der AfD“ (Konstanzer Entwurf), geschrieben für den Bundesprogrammparteitag am 30. April 2016 in Stuttgart, hat jedes AfD-Mitglied mit dem Antragsbuch zum Parteitag erhalten. Die etwa 2.000 Teilnehmer des Parteitags bekamen darüber hinaus eine 27-seitige Papierfassung zusätzlich in die Hand.

Nirgendwo findet man in dieser Schrift die Worte „Juden“, „Judaismus“ oder „Zionismus“. Sie kommen nicht vor, was zeigt: Dieses Thema spielte für mich in der aktuellen Politik keine Rolle, schon gar nicht im Landtag, im Rahmen der Landespolitik ! (siehe hierzu das Schreiben von Harald Noth)
 

Wenn aber der politische Gegner dieses Thema für so wichtig erachtet, dass er es uns jetzt vor die Füße knallt, dann müssen wir darauf reagieren. Dann können wir nicht kneifen und sagen: „Jetzt nicht, bitte ein anderes Mal!“ Dann müssen wir den Fehde-Handschuh aufgreifen und inhaltlich entsprechend antworten, wenn wir nicht eine schwere politische Schlappe einstecken wollen!